|
|
Am Abend, des 21. Januar 2006, erwies uns Herr Ivan Rebroff die Ehre, an einem seiner Konzerte, 20.00 Uhr, in der Thomaskirche (Erfurt). Dieser Abend wurde geprägt, von den unendlichen Weiten, des östlichen und des westlichen Europas, oder wie er es sagen würde, des östlichen und des westlichen Lungenflügels.
Herr Rebroff überzeugte wiedereinmal nicht nur, durch seine wunderschöne Stimme, sondern auch durch sein großes Charisma, welches den Raum, voller erwartungsvoller Zuhörer, älterer Generationen, füllte.
Er zitierte Papst Johannes Paul 2. und erzählte uns über seine Bandscheibenoperation, welche ihn einige Zeit lang an den Rollstuhl fesselte. Selbst einige Lebensweisheiten, pflegte er uns auf den Lebensweg mitzugeben. So sollen wir doch in den schwierigsten Situationen des Lebens, die Hoffnung nicht aufgeben und jene Hilfe, die uns angeboten wird, als pflichtbewusster Mensch annehmen und in Ehren halten.
Begleitet wurde Herr Rebroff ,an jenem Abend, von dem Balalaika-Ensemble Sabawa. Ich möchte behaupten, dass ich noch nie, solch ein lebendiges und überaus faszinierendes Trio von Musikern erlebt habe, wie an jenem gefühlsreichen Abend.
Auch ich habe es mir an jenem Abend nicht nehmen lassen, Herr Rebroff einmal selbst gegenüber zu stehen und ihm zu danken. Als ich vor ihm stand, fühlte ich mich klein und unbedeutend. Ich überreichte ihm eine Blume, zusammen mit einem Gedicht, was ich für ihn verfasst habe und er bedankte sich mit einem huldvollem Nicken und einem gekonnten Handkuss bei mir. Diese 2 Minuten, werde ich immer, als Erinnerung dieses Abends, in meinem Herzen bewahren.
Nach der 20minütigen Pause, gab er ein Lied zum besten, was man, wenn man Herrn Rebroff kennt, zu lieben versteht. Er sang es wie nie zuvor in seinen Künstlerjahren. "Das Wolgalied". Er saß in seinem Stuhl, welcher von dem Zarenwappen gekennzeichnet ist, und besang sein eigenes, niedergeschriebenes Schicksal. Man spürte, wie es ihm im Innersten plagte und man fühlte mit ihm. Jeder Einzelne. Als ich Herr Rebroff, wohlgemerkt ich saß in der 3ten Reihe, des längeren, in die Augen schaute, sah ich, wie Tränen seine Augen benässten. Nach den Ovationen des Publikums, trockneten sie, sehr geschickt, denn nur wenige sahen diese.
Zum Schluss, versetzte er sich gekonnt und voller Freude, in seine Rolle des Milchmannes Tevje, aus dem Musical "Anatevka". Es war und ist und wird immer seine Rolle bleiben, das hat er uns mit seinem Lächeln spüren lassen.
Seine letzten, doch verschmitzten Worte, waren sein größtes Versprechen, was er uns allen gegeben hat:
"Ich werde mich sehr freuen, sie im Jahre 2026 wieder hier in Erfurt, in der Thomaskirche, begrüßen zu dürfen. Vielleicht, werden sogar ein paar Engel mit uns feiern. Dankeschön!"
© 2009 Srock/Mönch. Alle Rechte vorbehalten. |