Das Jerusalem von Holland?
Auf Knien beteten sie für ihr Leben
Und dass sie werden ihnen vergeben.
Dafür, dass sie anders waren
Und sie ihre Liebe im Herzen bewahrten.
Trotz ihrer Angst und ihrer Trauer,
Bildete Gott für sie eine feste Mauer.
Oder eine Burg,
Hinter der man lebte ohne Furcht.
Ja, genau wie im Gesang,
Der sie verbündete von Anfang an.
"Eine feste Burg ist unser Gott",
Drum ist unser Leiden nie aus der Seele anderer fort.
Gequält wurden wir,
Wie ein räudiges Tier!
Harte Befehle sie uns gaben.
Ohne dass wir konnten danach fragen,
Wie es unseren Lieben würde gehen
Und ob wir sie bald könnten wieder sehen?!
Und wenn, wir äußerten diese Frage,
Hatten wir nicht mehr viele Tage
Um zu leben.
Denn nun, mussten wir,
Unsere Lumpen hergeben.
Sie schickten uns in eine Kammer
Und man spürte, in den Geiste jedes anderen, diesen Jammer.
Diesen Jammer, der Unantastbarkeit des Lebens,
Nach dem wir täglich rangen vergebens.
Man spürte der anderen kalten Haut,
Auf einmal schrien alle ziemlich laut.
Weil sie sagten, über uns käme Wasser,
Doch sie meinten damit, dieses fürchterliche Massaker.
Wir konnten nicht atmen,
Wir konnten nicht fliehen.
Wir sahen unser Leben, an uns vorüberziehen!
In Reih und Glied, sind wir gefallen
Und man spürte, den Tod um sich herhallen.
Unsere Leichen, wurden wie Abfall in einen Ofen geschoben
Und unsere Seelen waren nun, endlich dort droben,
Vor dem Himmelstor.
Und wir schauten zu dem lieben Gott empor.
Er sagte: "Ihr werdet ruhen hier,
Ganz in Frieden.
Mit euren Lieben
Und mit mir!"
Ich, Stefanie Mönch, widme dieses Gedicht,
allen jüdischen Menschen, die durch Hitlers
Machtergreifung ihr Leben, oder ihre Familie
beziehungsweise ihre Freunde,
in Konzentrationslagern verloren haben.
Stefanie Mönch
© 2007 Srock/Mönch